Schule am Wieter

Die "Schule am Wieter" ist eine staatlich anerkannte Ersatzschule in Northeim. Im Jahr 2002 wurde sie unter dem Namen „Freie Schule E-Werk“ gegründet. Der Träger der Einrichtung ist die Werk-statt-Schule e.V.

Die Schule kann 60-70 Schüler*innen in neun Lerngruppen im Hauptgebäude und einer weiteren Lerngruppe in der Außenstelle Einbeck aufnehmen. Einzugsbereich ist der Landkreis Northeim und die Randbezirke der angrenzenden Landkreise. Aufgenommen werden Schüler*innen aller Schularten, bei denen der Förderbedarf nach sonderpädagogischem Gutachten festgestellt und durch die Landesschulbehörde anerkannt ist.

Die Schule am Wieter können Kinder und Jugendliche besuchen, die in Regelschulen wegen erheblicher Beeinträchtigungen der emotionalen und sozialen Entwicklung nicht ausreichend gefördert werden können. Dies sind Auffälligkeiten aufgrund von ADS oder ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit und Hyperaktivitäts-Störung/Syndrom) vorliegen, bzw. verhaltensbedingte Lernschwierigkeiten, psychische Probleme oder andere gravierende Verhaltensauffälligkeiten.

Primäres Ziel der Förderschule ist eine Reduzierung oder Aufhebung der Anpassungsdefizite sowie die Reintegration in die Regelschule. Bei entsprechender Leistung und Qualifikation können die Schüler*innen den Abschluss Förderschule Lernen, den Hauptschulabschluss, den erweiterten Hauptschulabschluss sowie in Einzelfällen den (erweiterten) Sek. I Realschulabschluss erwerben.

Schwerpunkte der Arbeit sind die individuelle Ausrichtung der schulischen Förderung mit ergänzender Beratung, Förderplangesprächen, sozialpädagogischen und therapeutischen Angeboten. Die intensive Zusammenarbeit mit Eltern und/oder Erziehungsberechtigten dient dazu, gemeinsame Ziele zu entwickeln und diese regelmäßig zu überprüfen. Es findet ein regelmäßiger Austausch mit den Vertretern des Jugendamtes, Therapeut*innen und anderen, die am Entwicklungsprozess und Entwicklungsstand der Schüler*innen beteiligt sind, statt.

Durch ein klares Regel- und Belohnungssystem (verhaltenstherapeutische Ansätze, Tokensystem) und positive Verstärkung werden die Fortschritte hervorgehoben und unterstützt. Das pädagogische Handeln ist wesentlich am systemischen Ansatz orientiert.

In der Primarstufe werden die Schüler*innen in Lerngruppen mit 8 Schülern von der ersten bis zur vierten Klasse unterrichtet und gefördert und auf einen evtl. Wechsel auf eine Regelschule vorbereitet. Regelmäßige Auswertungs- und Reflexionsgespräche überprüfen die individuell vereinbarten Verhaltensziele.

Hier werden Schüler*innen von der 5. bis zur 9. und 10. Klasse unterrichtet und gefördert. In diesen Lerngruppen werden die Schüler*innen auf die verschiedenen Schulabschlüsse oder auf den Wechsel an die Regelschule vorbereitet.

Im Werkstattbereich arbeiten die Schüler*innen gestaltend und handwerklich nach ergotherapeutischen Gesichtspunkten mit Holz, Ton, Metall, Farben und vielen anderen Materialien.

Der Schultag beginnt um 8:00 Uhr und endet um 12:40 Uhr. Im täglichen Morgengespräch kann Jeder Eigenes berichten, Erlebtes besprechen, Konflikte klären. Zum gemeinsamen Frühstück gehören in jeder Lerngruppe verschiedene Dienste wie Tischdecken u.a.

Der Vormittag ist gegliedert durch die Unterrichtseinheiten und spezifische Lernangebote in den Gruppen. Jede Lerneinheit wird mit einer gemeinsamen Reflexion des Verhaltens jedes Einzelnen beendet. Den Lerngruppen steht neben den Lehrkräften zusätzlich ca. 12 Wochenstunden ein pädagogischer Mitarbeiter zur Verfügung, so dass differenziert unterrichtet werden kann.

Sportliche Aktivitäten und verschiedene freiwillige AGs sind ein wichtiger Bestandteil der Schulwoche, ebenso wie die angebotenen Übungsfelder im Bereich gestaltendes Werken, Kunst und Musik.

Die Schüler können an drei Nachmittagen in der Woche an einer freiwilligen Nachhilfe und Hausaufgabenhilfe teilnehmen. Seit November 2015 haben die Schüler*innen die Möglichkeit, in der Schule einen Mofakurs zu besuchen.

Einmal monatlich findet eine Schülverversammlung statt, in der die Schüler*innen gemeinsam Aktuelles diskutieren, planen und besprechen können. Die Schülerversammlung wird geplant und durchgeführt durch den gewählten Schülerrat.

Sportliche Aktivitäten und verschiedene AGs sind ein wichtiger Bestandteil der Schulwoche, ebenso wie die angebotenen Übungsfelder im Bereich gestaltendes Werken, Kunst und Musik. Die Schule am Wieter beteiligt sich regelmäßig an den Fußballturnieren umliegender Schulen oder richtet sie selber aus.

Jedes Jahr werden in der Sekundarstufe mehrtätigen Schulfahrten organisiert, z.B. zum Internationalen Schulbauernhof in Hevensen. Die Klassenfahrten finden in verschiedenen Lerngruppen statt.

Das Sommerfest ist Resümee und Abschluss des Schuljahres. Es wird mit Spielen und Aktivitäten mit Schüler*innen, Mitarbeiter*innen, Eltern, Erziehungsberechtigten und all denen, die in die Arbeit der Schule am Wieter involviert sind, gefeiert.

Die Schüler*nnen werden durch ein qualifiziertes Team unterrichtet und gefördert, das sich aus Förderschul-, Grund-, Haupt-, Realschullehrer*innen, pädagogischen Mitarbeiter*innen, staatlich anerkannten Erzieher*innen und Heilpädagog*innen zusammensetzt. Die Mitarbeiter*innen haben zum Teil eine systemische Fortbildung absolviert. Die Schulleitung wird von einer Sekretärin in organisatorischen Angelegenheiten und Büroarbeiten unterstützt. Neben Teamsitzungen, Fallbesprechungen und Gesamtkonferenzen erhalten die Mitarbeiter*innen alle vier Wochen Supervision und damit Raum für die Reflexion des eigenen Handelns.

Das Team der Schule wird wöchentlich an drei Tagen durch einen Ergotherapeuten unterstützt. Einige Schüler*innen nehmen an der Neurofeedbacktherapie, andere an der Grob- oder Feinmotorikgruppe teil. Der enge Austausch zwischen den Lehrkräften und dem Ergotherapeuten bezüglich der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen findet regelmäßig statt. Diese schulinterne Förderung wird ermöglich durch Spenden der Aktion Kindertraum. Eine schulinterne Logopädie und Legasthenie durch eine zertifizierte Therapeutin runden das Angebot der Schule ab.

Wenn in Einzelfällen eine weitergehende Betreuung nach Schulschluss erforderlich ist, kann der Schüler/die Schülerin ggf. die Tagesgruppe der Werk-statt-Schule besuchen. Dort werden Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, zielgerichtete, abwechslungsreiche Freizeitaktivitäten unter entwicklungsorientierten und erzieherischen Gesichtspunkten angeboten. Über den Besuch der Tagesgruppe entscheidet das zuständige Jugendamt auf Antrag der Eltern. Die Tagesgruppe liegt wie die Schule am Wieter am Waldrand im Grünen.